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Die Geschichte von PrEP — und warum sie HIV-Prävention verändert hat

18. März 2026·6 Min. Lesezeit

PrEP gibt es nicht seit Ewigkeiten — und doch hat es in weniger als fünfzehn Jahren die HIV-Prävention grundlegend verändert. Ein kurzer Rückblick.

Die frühen Studien

Der Durchbruch kam mit der iPrEx-Studie aus dem Jahr 2010. Sie zeigte erstmals in einer großen klinischen Studie, dass die tägliche Einnahme von Tenofovir/Emtricitabin das HIV-Infektionsrisiko bei MSM signifikant senken kann. Das war ein Wendepunkt — plötzlich war Prävention nicht nur eine Frage von Kondomen, sondern auch von Medikamenten.

Die Zulassungen

2012 ließ die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA Truvada® für die PrEP-Indikation zu — das erste Mal weltweit. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) folgte 2016. Damit war PrEP in Europa für erwachsene Personen mit erhöhtem HIV-Risiko zugelassen.

PrEP in Deutschland

In Deutschland war PrEP zunächst nur für Selbstzahler:innen zugänglich, da die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten nicht übernahmen. Das änderte sich am 1. September 2019: Seitdem ist PrEP für GKV-Versicherte unter bestimmten Voraussetzungen eine Kassenleistung gemäß § 20j SGB V.

Das war kein Selbstläufer — es war das Ergebnis jahrelanger Lobbyarbeit, wissenschaftlicher Aufklärung und Aktivismus, unter anderem durch die Deutsche Aidshilfe und Patientenverbände.

Generika machen PrEP zugänglicher

Mit dem Ablauf von Patentrechten wurde die Produktion günstigerer Generika möglich. Das hat die Kosten für Selbstzahler:innen und Gesundheitssysteme weltweit erheblich gesenkt.

Wohin die Reise geht

Die Forschung steht nicht still. Injizierbare PrEP — eine Spritze alle zwei Monate statt einer täglichen Tablette — wurde in den USA bereits zugelassen und wird auch in Europa diskutiert. Das könnte für Menschen, die mit der täglichen Einnahme Schwierigkeiten haben, eine wichtige Option werden.

Was das alles bedeutet

PrEP hat dazu beigetragen, HIV-Prävention von einer Frage der Willenskraft zu einer Frage des Zugangs zu verschieben. Der nächste Schritt ist, diesen Zugang für alle Menschen tatsächlich erreichbar zu machen.

Hinweis: Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche medizinische Beratung. Bitte sprich mit einer qualifizierten Ärztin oder einem qualifizierten Arzt, bevor du Entscheidungen zu PrEP, STI-Tests, Doxy-PEP oder anderer sexueller Gesundheitsversorgung triffst.

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